Gartentipps von Carsten Scharwei aus dem KGV an der Römerstraße e.V.

Insektenvielfalt im Kleingarten

Um im eigenen Garten Lebensräume für Wildbienen zu schaffen, ist es bei der Gartengestaltung mit dem Aufstellen eines „Insektenhotels“ nicht getan.

Es ist wichtig, dass Sie die Bedürfnisse der unterschiedlichen Arten kennen.

Von den in Deutschland rund 550 lebenden Wildbienenarten nutzen weniger als 80 Arten die in den „Insektenhotels“ angebotenen waagerechten Brutgänge.

So leben z.B. Sandbienen etwa im Erdreich, Mauerbienen suchen bevorzugt Unterschlupf in Hohlräumen, Blattschneiderbienen bauen ihre Nester aus gesammelten Pflanzenblattstückchen und Schneckenhaus-Mauerbienen suchen sich gerne leere Schneckenhäuser für die Eiablage aus.

Aus diesem Grunde haben wir in unserem Garten nicht nur ein großes – aufgrund der Imkertätigkeit – in Wabenform gestaltetes Insektenhotel aufgehangen, sondern auch vielen anderen Wildbienenarten eine Möglichkeit zum Nisten geschaffen.

Gartentipps von Carsten Scharwei aus dem KGV an der Römerstraße e.V.

Insektenvielfalt im Kleingarten – Ein Platz für Tiefbauexperten

Die beste Gestaltung mit Futterpflanzen nützt natürlich nur wenig, wenn nicht auch der passende Lebensraum im Garten zur Verfügung steht. Und hier haben die Wildbienen recht unterscheidliche Anforderungen.

Der mit Abstand größte Teil der Wildbienenarten legt seine Nistplätze im Boden an. Oftmals bevorzugt werden dafür trockene und nur wenig bewachsene Flächen in eher sandigem Substrat, die gut besonnt sind.

Hierfür haben wir ein ehemaliges Kräuterhochbeet zu einem mageren Sandbeet mit einem  dekorativem Totholzstamm umgestaltet. Da das Beet erst seit knapp einem Jahr sein Gesicht verändert hat, warten wir noch auf den Einzug der entsprechenden Mieter.

Mit relativ einfachen Mitteln können Sie etwas für Sand-, Seiden- oder Furchenbienen tun:

  • Legen Sie einen kleinen Sandhügel an einem sonnigen Standort an, der zur Befestigung locker mit Pflanzen für magere und trockene Standorte bewachsen ist, die gleichzeitig als Nahrung dienen
  • Alternativ können Sie einen Sandhaufen auch mit Kieselsteinen stabilisieren
  • Entfernen Sie auf einem Teilstück Ihres Gartens regelmäßig die Pflanzen, um vegetationsfreie Flächen von mind. 1m² Größe anzulegen
  • Schaffen oder bewahren Sie offene Sand- und Lehmflächen, die vor Regen geschützt sind, z.b. unter Dachvorsprüngen
  • Achten Sie bei gepflasterten Flächen auf breite Fugen, die mit Sand gefüllt sind.

 

Ratten

Wie man eindrucksvoll auf den Bildern erkennen kann, kennen Ratten das Wort Hindernis nicht.

Wir können und müssen das Ansiedeln von Ratten in unseren Gärten verhindern und das Umfeld so unattraktiv wie möglich gestalten. Dazu bedarf es eines gemeinsamen und konsequenten Vorgehens. Ganz verhindern werden wir diese ungebetenen Gäste sicher nicht, ihnen das Leben erschweren und die Gärten so gestalten, dass die Ansiedlung unattraktiv wird, das können wir.

Prävention:

  • nichts an Essenresten im Kompost entsorgen, auch kein Fallobst, besser im Wertstoffhof als Biomüll entsorgen oder im Biomüll zu Hause, Fallobst nicht vergraben
  • keine großen Haufen an Grünschnitt für längere Zeit rumliegen lassen
  • keinen Bauschutt und Unrat im Garten lagern
  • Schlupfwinkel die zur Ansiedlung einladen entfernen
  • geschlossene Systeme für Kompostanlagen u. Regenwassersammelbehälter nutzen
  • Totholzhecken u. Kompostanlagen häufig aufsuchen u. prüfen
  • Vogelfutter – wenn überhaupt – nur tagsüber anbieten, Klettersperren anbringen, am Boden liegendes Futter entfernen und im Hausmüll entsorgen, auf glatten Metallstangen Futterspender installieren
  • Fisch- u. Katzenfutter niemals unbeaufsichtigt im freien stehen lassen
  • Müll immer verschließen und entsorgen (nicht in die Abfalleimer der Gartenanlage, sondern zu Hause im Hausmüll)
  • keine Essenreste im Freien lassen
  • Zugänge an Lauben und Schuppen abdichten
  • regelmäßige Kontrolle von Zugängen (Lauben, Schuppen), evtl. Erdlöcher
  • und vieles mehr

Informationsquellen bieten u. a. die städtische Homepage, sowie zahlreiche weitere Seiten im Internet

Fazit:

Ratten sind ein Problem in optisch und hygienischer Hinsicht, sie gefährden unsere Gesundheit. Daher ist Prävention das Mittel zur Wahl, Maßnahmen sind entscheidend, schnelles Handeln kann entscheidend sein. Wir müssen die Ursachen angehen und uns bewusst machen, dass wir mit unserem Handeln Teil des Problems sind. Wir sind gefragt, um Ratten keinen Lebensraum zu bieten.  Text: ST

GARTENTIPP DES MONATS

Jeden Monat einen Gartentipp stellt der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e.V. auf seiner Website zur Verfügung. Passend zur Jahreszeit und Gartensaison erhalten Kleingärtner*innen viele nützliche Gartentipps zu unterschiedlichen Themenbereichen.

Herausgeber:

  • Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e.V.

Die regelmäßigen Gartentipps erhalten Sie über folgenden Link:

„NATURGARTEN PRAKTISCH“

Unter diesem Titel hat die Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) eine Reihe von Informationsblättern publiziert. Sie informieren über die Gestaltung, Nutzung und Pflege von Naturgärten und stehen kostenlos zum Dowload zur Verfügung.

Herausgeber:

  • NUA – Natur- und Umweltschutzakademie NRW
  • Gartenfreunde Rheinland
  • Landesverband Westfalen-Lippe der Kleingärtner e.V.

Der Artikel sowie alle Informationsblätter sind über folgenden Link abrufbar:

KLEINGÄRTEN FÜR BIENEN

Das Insektensterben ist in aller Munde. Auch unsere Honigbiene und zahlreiche Wildbienenarten haben es zunehmend schwer, geeignete Nahrungspflanzen zu finden. Die Informationsbroschüre „Bienenfreundliche Pflanzen – Das Pflanzenlexikon für Balkon und Garten“ enthält eine Übersicht zu mehr als 100 pollen- und nektarreichen Pflanzen, die darauf warten, in Ihrem Garten einzuziehen.

Herausgeber:

  • BMEL – Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Das Informationsheft steht kostenlos zum Download unter folgendem Link zur Verfügung: